Zahnärztliche Schlafmedizin

In den USA sind Zahnärzte seit 25 Jahren in die Therapie des Schnarchens und der Schlafapnoe eingebunden. 1991 wurde die American Academy of Dental Sleep Medicine gegründet, in der Zahnärzte vertreten sind, die sich auf die Behandlung von Schnarchen und der Schlafapnoe spezialisiert haben und diese Therapiemöglichkeit interdisziplinär vertreten. Sie halten jährlich einen Kongress ab, auf dem die neusten Ergebnisse zur Behandlung mit intraoralen Geräten (oral appliances) vorgestellt werden. Mittlerweile ist hierzulande die Deutsche Gesellschaft für zahnärztliche Schlafmedizin (DGZS) ebenso etabliert. Der nächste Kongress findet zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Schlafmedizin (DGSM) am 10./11.November 2017 in Münster statt. 

Diese intraoralen Geräte sind Zahnschienen aus Kunststoff, ähnlich wie kieferorthopädische Zahnspangen oder ein Sportler-Mundschutz. Sie werden nachts im Mund getragen und halten den Unterkiefer in einer leichten Vorschubposition (= Unterkiefer-Protrusionsschiene, UPS). Diese Protrusionsschienen verhindern, dass die Zunge nach hinten sinkt und den Rachenschlauch einengt oder sogar verschließt.

Als moderne Protrusionsschienen werden die einstellbaren Zweischienen-Systeme angewandt, d.h. je eine Schiene wird im Ober- und Unterkiefer eingesetzt. Beide sind mit einem Verbindungselement verbunden, das bei Bedarf eine weitere stufenlose Vorwärtseinstellung des Unterkiefers ermöglicht.

2006 hat die amerikanische Fachgesellschaft für Schlafmedizin die neuen Leitlinien zum Einsatz von intraoralen Geräten bei schlafbezogenen Atmungsstörungen publiziert (Sleep, 29,02,2006), die den effektiven Einsatz bei Schnarchen und leicht- bis mittelgradiger Schlafapnoe aufzeigen. 2015 veröffentlichte die Chariete Berlin eine Studie, die die Wirksamkeit der UPS auch im Vergleich zur Schlafmaske (CPAP, APAP) aufzeigt (siehe Link "Aktuelles"). Ganz aktuell stärkt die neue S3-Leitlinie der DGSM vom Dezember 2016 die Einsatzmöglichkeit eines UPS-Systemes. 

Es gibt 60 verschiedene intraorale Geräte mit unterschiedlicher Effektivität zur Behandlung des Schnarchens und der Schlafapnoe. Nur ein spezialisierter Zahnmediziner, der sich in der oral-appliance-Therapie besonders fortgebildet hat und den Patienten klinisch umfassend untersucht hat, kann den für den individuellen Patienten geeigneten Schienentyp aussuchen. Danach nimmt der Zahnmediziner individuelle Gebissabdrücke und registriert den erforderlichen Unterkiefervorschub des Patienten. Nach diesen Unterlagen wird die Protrusionsschiene dann im zahntechnischen Fachlabor hergestellt.

Herr Dr. Karl Haushofer beschäftigt sich seit 2012 mit der ärztlichen und zahnärztlichen Schlafmedizin. Er ist seit 2014 Mitglied der Deutschen Gesellschaft für zahnärztliche Schlafmedizin (DGZS) und seit Dezember 2015 DGZS-zertifiziert.

Ab 01.01.2016 verlegte er seinen Praxissitz nach München, um sich auf dieses Fachgebiet zu spezialisieren und sich bei der Weiterentwicklung der Unterkieferprotrusionsschiene mit einzubringen.  

Antworten zu häufig gestellten Fragen über Zahnschienen gegen Schnarchen und Schlafapnoe finden Sie auch im Kapitel Fragen und Antworten.

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