Behandlung mit Zahnschiene

Der Tätigkeitsschwerpunkt in unserer Praxis ist die Therapie von Schnarchen und Schlafapnoe mit einer individuell angefertigten Zahnschiene („Unterkieferprotrusionsschiene“, "UPS").

1. Sitzung 

  • Besprechung der Befunde und ggf.  bisherigen Behandlungen – bitte bringen Sie alle Unterlagen mit! 
  • Untersuchung der Zähne, Kiefer und umgebenden Strukturen – ist eine Schiene möglich und sinnvoll?
  • Auswahl der geeigneten Zahnschiene für die individuelle Patientensituation
  • Aufklärung über die Wirkungsweise der Zahnschiene
  • Erstellung eines schriftlichen Heil- und Kostenplans
  • ggf. Anpassung einer konfektionierten Testschiene (dies ohne Abdrucknahme)


2. Sitzung

  • Abdrucknahme von Ober- und Unterkiefer
  • Registrierung der individuellen Mundöffnung und des Unterkiefervorschubes


Herstellung im Zahntechnischen Labor
Modelle und Zahnschiene werden  in einem Fachlabor für Schlafapnoezahntechnik hergestellt. 

3. Sitzung

  • Einsetzen der Schiene(n). Anwendung, Pflege, Eingewöhnung, Nachuntersuchung, Kontrollen werden ausführlich besprochen.


Wichtig: Eine Unterkieferprotrusionsschiene (UPS) ist bei gegebener Indikation und fachkundiger Anfertigung eine richtlinienkonforme Ersttherapie beziehungsweise bei Schlafmaskenunverträglichkeit (CPAP, APAP) eine medizinisch notwendige Alternativbehandlung. Bei Therapieempfehlung durch einen schlafärztlich fortgebildeten Lungenarzt/HNO-Arzt oder einem Schlaflabor werden die Kosten in der Regel übernommen oder zumindest bezuschusst. Wir kommunizieren mit mehreren Praxen und Schlaflaboren und beraten und unterstützen Sie kostenfrei im Umgang mit den Krankenkassen und Versicherungsträgern. Dies durch weitergehende Begründung der Behandlung und gegebenenfalls bei der Erstellung von Widerspruchsschreiben.

 

Individuell angefertigte Zahnschienen (Beispiele)

Somnodent-Schiene
Narval-Schiene

Kann eine Zahnschiene die Atemmaske ersetzen?

Jeder Patient, der mit einer Schlafmaske (CPAP, APAP) gut zurecht kommt, ist bestens versorgt. Sie ist nach heutigem Kenntnisstand bei einer Schlafapnoe die sicherste Behandlung. Eine Maske ist aber nicht immer notwendig. Alle leicht- und mittelgradigen Verengungen oder Verschlüsse der Atemwege, die durch das Absinken des Unterkiefers und damit auch der Zunge zurückzuführen sind, lassen sich sehr gut mit einer Zahnschiene behandeln. Durch einen zusätzlichen Vorschub des Unterkiefers kann bei Bedarf der obere Atemweg weiter geöffnet werden. Es hängt von der Schwere der Erkrankung und den anatomischen  Parametern ab, inwieweit die Wirkungsweise der Zahnschiene an die einer Schlafmaske (CPAP, APAP) heranreicht. Wir werden Sie anhand der schlafmedizinischen, ärztlichen und zahnärztlich funktionellen Befunde nach bestem Wissen über die Prognose aufklären, bevor wir eine Zahnschiene anfertigen.

Bitte beachten Sie hierzu die neueste Studie der Chariete Berlin. Einen Auszug finden Sie unter Link Aktuelles! 

In einigen Fällen kann man auch darüber nachdenken, ob eine Protrusionsschiene nicht als zusätzliches, zweites Therapiegerät sinnvoll ist: Bei Flug-, Bus - oder Bahnreisen, im Urlaub, bei der Fahrrad- oder Bergtour mit Übernachtung oder auch als zeitweiliger Ersatz zu Hause, wenn die Maske nicht die erforderliche Zeit in der Nacht getragen werden kann. Eine Reduzierung der Apnoen/Hypopnoen ist immer noch gesünder als keine Behandlung!

Grundsätzlich ist es auch möglich, durch eine Kombination von Schiene und Schlafmaske den Beatmungsdruck durch den leichten Vorschub des Unterkiefers und die damit erreichte Öffnung der oberen Atemwege zu reduzieren. Zudem wird der Unterkiefer stabilisiert und durch Absinken des Unterkiefers verursachte Leckagen (Austreten von Luft an der Seite) verhindert. Dies kann Wirksamkeit und Tragekomfort der Maske verbessern. 

Wir sehen es als unsere Aufgabe an, Sie über weitere therapeutische Möglichkeiten zu informieren, wenn weder Schlafmaske noch Zahnschiene in Frage kommen. Ein schweres obstruktives Schlafapnoesyndrom darf nicht unbehandelt bleiben!

 

Kosten und Kostenübernahme

Eine hochwertiges, komfortables, stabiles und titrierbares UPS -Schienensystem kostet insgesamt zwischen €1300.- und €1700.- .

Bei Bedarf fertigen wir kostengünstigere, aber auch nach Abdrücken, Modellherstellung und Registart individuell angefertigte   "Testschienen" an. Kosten für einteilige individuell angefertigte Testschiene ("Monoblock" ) €450.- .  

Eine Kostenübernahme durch die Versicherungsträger, auch die gesetzlichen Krankenkassen, ist bei nachgewiesener Erkrankung und entsprechender medizinischer Begründung grundsätzlich im Rahmen einer Einzelfallentscheidung möglich (siehe auch "Aktuelles, neue S3-Leitlinie von Dez.2016 der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin -  DGSM). Dies sowohl bei leicht- und mittelgradiger obstruktiver Schlafapnoe als von der  DGSM anerkannte Ersttherapie gleichberechtigt mit der Schlafmaskenbehandlung, als auch bei einem schweren OSAS bei attestierter Schlafmaskenunverträglichkeit als Ersatztherapie nach fachärztlicher Empfehlung. Leider verweigern aber die meisten gesetzlichen Krankenkassen momentan (Stand August 2018) trotz leitlinienkonformer Beantragung eine Kostenerstattung mit dem Verweis, dass die UPS nicht Leistungsverzeichnis der gesetzlichen Krankenkassen und auch nicht im Hilfsmittelverzeichnis des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) gelistet ist. 

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